Die Zeit des Wiederaufbaus

Auch hier: Fast alles neu und fast alles anders!

Die ersten Pläne, mit zum Teil völlig neuen Lösungen, die nicht mehr von der alten Kirche übrig gelassen hätten...

Der letztlich siegreiche Entwurf des einheimischen Architekten Johannes Traut. Nur beim Turm musste er nachbessern... Die Rüdesheimer wollten sich keineswegs mit der „modernen“ Turmspitze anfreunden. Traut musste gegen seine ausdrückliche Überzeugung die alte Turmspitze anhand alter Fotos rekonstruieren - Pläne gab es natürlich keine mehr.

Die alte Feldbahn, die jahrelang den Bombenschutt aus der Stadt gefahren hatte, leistete nun auch noch beim Wiederaufbau gute Dienste.

1959 wird dann auch die Turmspitze errichtet. Im November 1959 wird der Adventskranz der Kirche zum Richtkranz umfunktioniert und aufgezogen (Mitte, links).

Er hängt!

Der damalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß vermittelte und so versuchte ein US-amerikanischer Hubschrauber im November 1959 das Turmkreuz zu montieren. Auf der Spitze steht ein Arbeiter nur mit einem Bauchgurt gesichert. Bei einem Anflugversuch wäre er beinahe vom Kreuz in die Tiefe gerissen worden. In den Häusern der Nachbarschaft drückte die Druckwelle der Rotorblätter den Ruß durch die Ofenrohre in die Wohnungen. Alles Bemühen war vergeblich...

Am 25.11.1959, auf den Tag 15 Jahre nach der Zerstörung, wurde in schwerster Handarbeit das Turmkreuz mit einem Flaschenzug auf die Turmspitze gehievt.