Die Glocken von 

St. Jakobus

Tauchen Sie ein in die Geschichte der Glocken und hören Sie sich das neunstimmige Großgeläut unserer Pfarrkirche an.

Die Geschichte der Glocken

Die Geschichte der Glocken, die über den Dächern des kleinen Weinstädtchens klangen, verliert sich im Dunkel des frühen Mittelalters. Die älteste Glocke (Bild) von St. Jakobus ist unbezeichnet und undatiert. Sie stammt nach Expertenmeinungen aus der Zeit zwischen 1250 und 1280 und zählt damit zu den ältesten Glocken der gesamten Region. Sie läutete seit ihrem Guss, bis zur Abnahme aufgrund der Beschlagnahme der Glocken durch die Nationalsozialisten am 1. Juni 1942. Nach dem Krieg läutete sie mit ihren beiden vom Hamburger Glockenfriedhof zurückgekehrten Schwestern, bis 1960 das neue, mächtige vierstimmige Geläut von Friedrich Wilhelm Schilling in den Turm einzog. Die beiden größeren Glocken wurden für das neue Geläut eingeschmolzen, die „Alte Glocke“ stand im Kirchturm, bis sie in den 1990er Jahren im Vorraum der Kirche ausgestellt wurde. Im Rahmen der Turmsanierung 2010 wurde sie wieder auf den Turm verbracht und läutet seit dem Katharinentag 2010 wieder über Rüdesheim am Rhein.

Ein trauriges Bild: Am 1. Juni 1942 wurden die Glocken vom Turm geholt. Nach mehreren Sabotageakten durch Rüdesheimer Bürger in den Tagen zuvor (Durchtrennen des Stahlseils der elektrischen Winde, etc.) drohten die örtlichen Nationalsozialisten mit „ernsten Maßnahmen“. Die Glockenabnahme solle nun von externen Kräften durchgeführt werden, wenn die Rüdesheimer sich wehrten. Daraufhin machte sich der alteingesessene Rüdesheimer Zimmerermeister Leonhard Steinmetz mit seinen Söhnen und Helfern schweren Herzens selbst daran. Fremden oder irgendwelche Nazi-Handlanger wollte er keinesfalls an die Rüdesheimer Glocken lassen.

Die neuen Glocken

Am Samstag vor dem Palmsonntag des Jahres 1960 wurden die Glocken, auf einem festlich geschmückten Lastwagen des Weingutes Breuer vom östlichen Stadtrand (Geisenheimer Straße, Ecke  Alberti-Straße abgeholt.

In festlicher Prozession ging es über Geisenheimer-, Graben- und Kirchstraße über den Marktplatz in den Pfarrhof hinter der Kirche.

Ganz Rüdesheim ist auf den Beinen.

Dort angekommen, wurden die Glocken direkt am Kirchturm auf ein Balkengerüst gehängt. Dort wurden sie für die feierliche Glockenweihe am darauffolgenden Palmsonntag mit Blumen und Tannengirlanden geschmückt.

Alle blicken gespannt nach oben. Viele packen mit an, ziehen mit lange Seilen, damit die Glocken, die von einer elektrischen Winde nach Oben gezogen werden, nicht an den Turm schlagen.

Die zweitgrößte Glocke - dem Stadtpatron Martin geweiht - wird mit ihrem stolzen Gewicht 
von 1567 kg, einem Durchmesser von 1332 mm und dem Schlagton d´+3 aufgezogen.

"St. Jakobus“ bezieht ihr neues Zuhause, die Glockenstube des Kirchturms. Sie ist die größte Glocke des Geläutes mit 2285 kg, einem Durchmesser von 1503 mm und dem Schlagton cˋ+2. Unittelbat über der „12“ des Zifferblattes ragt einnicken Eichenstamm, an dem die Umlenkrolle der Winde befestigt ist.   Nachdem alle Glocken im Turm waren, war man offensichtlich  einfach nur froh und geschafft, so dass sich niemand um den Stamm kümmerte; er liegt noch heute auf dem Ringanker der Glockenstube.

Nachdem nun seit dem Katharinentag des Jahres 2010 die „Alte Glocke“ wieder läutete, aber mit ihren ca.250 kg und dem Schlagton asˋˋ+8 nicht zum Schillinggeläut passte, reifte eine Idee. Durch den Zuguss neuer Glocken, die Tonlücke zu schließen und ein neunstimmiges Großgeläut zu schaffen. Am 14. September 2018 wurden im hessischen Sinn bei der Glockengießerei Rincker zwei neue Glocken gegossen.

Links: „Christophorus“, 209 kg, Schlagton fˋˋ+8. Diese Glocke wurde von den Veranstaltern der jährlichen „Magic Bike“ in Rüdesheim am Rhein gestiftet.
Rechts: „Urban“, 272 kg, Schlagton esˋˋ+8. Diese Glocke wurde von Rüdesheimer Winzern (Weingut Leitz, Weingut Breuer, Weingut Dr. Heinrich Nägler, Rüdesheimer Jagdgenossenschaft) gestiftet.

An dem für Rüdesheim so bedeutsamen „Katharinentag“, dem 25. November 2018, weihte H.H. Abt em. Benedikt Müntnich aus Maria Laach in einem feierlichen Pontifikalamt die neuen Glocken, bzw. Segnete die beiden anderen aus der Geisenheimer Marienkirche.

Am Dienstag, 27. November 2018 schwebten die vier neuen „Rüdesheimerinnen“ 
über das Kirchdach in den Turm.

"Christophorus“ schwebt als letzte Glocke in die Glockenstube.

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Ein kurzer Clip des Bistums Limburg.

Hören Sie die Glocken von St. Jakobus 

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Unter diesem Link finden Sie die Möglichkeit unsere Glocken nach ihren Vorstellungen läuten zu lassen, solistisch und in jedmöglicher Kombination

https://createsoundscape.de/html/glockenfinder/glockenfinder_detail.html?&id=3936&cb-id=68122&m=29976&tab=detail